Open Positions


Übernahmeangebot

Drittmittelprojekte eines renommierten
Instituts für Biochemie

mit Forschungsschwerpunkt
Strukturelle Virologie und antivirale Chemotherapie
(www.biochem.uni-luebeck.de)

 

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat beschlossen, im Rahmen ihres Sparprogramms den Medizinstudiengang an der Universität zu Lübeck beginnend mit dem Wintersemester 2011/2012 einzustellen. Dieser Studiengang belegte 2006 und 2009 Platz 1 in Deutschland im bekannten CHE-Ranking (www.che-ranking.de). Das Institut für Biochemie der Universität ist für die Ausbildung der Lübecker Medizinstudierenden im Fach Biochemie/Molekularbiologie verantwortlich. Seit 2005 wurden bei der bundesweit einheitlichen Ärztlichen Vorprüfung ("Physikum") im Fach Biochemie-Chemie-Molekularbiologie grundsätzlich Plätze im oberen Drittel der Ranking-Liste der deutschen Universitäten erreicht. Außerdem ist das Institut einer der Hauptträger des erfolgreichen Lübecker Bachelor-/Master-Studienganges "Molecular Life Science" (CHE-Ranking 2009: Platz 2).

Die bisher vom Land Schleswig-Holstein finanzierte Grundausstattung des Instituts wird vor allem für die Biochemie-Ausbildung der Medizinstudierenden vorgehalten. Sollte der schleswig-holsteinische Landtag der Beendigung des Medizinstudiums in Lübeck zustimmen, wird dem Institut die Grundausstattung mittelfristig entzogen werden. Das Drittmittelvolumen (auf Ausgabenbasis) des Instituts betrug im Jahre 2009 ca. 1,2 Millionen Euro, darunter 2 große EU-Projekte. Im Oktober 2010 wird ein weiteres großes EU-Projekt beginnen, mit einem Volumen von knapp 1 Million Euro für das Institut. Die meisten dieser Drittmittel sind auf andere Standorte übertragbar. Das Institut ist Gründungsmitglied des DFG-Exzellenzclusters "Entzündung an Grenzflächen" und der DFG-Graduate School "Computing in Medicine and Life Sciences". Im Rahmen des EXiST-Wettbewerbs des Bundeswirtschaftsministeriums wurde ein Projekt zur Kommerzialisierung von Erfindungen auf dem Gebiet der makromolekularen Kristallogenese eingeworben. Aus Drittmitteln wird ein internationales Forscherteam, derzeit bestehend aus 12 Postdoktoranden und 13  Doktoranden, finanziert (siehe www.biochem.uni-luebeck.de, dort "Staff"). Die allermeisten dieser hochqualifizierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind zum Transfer an einen anderen Standort bereit.

Der Forschungsschwerpunkt des Instituts liegt auf dem Gebiet der strukturellen Virologie und antiviralen Chemotherapie, mit umfassender Expertise auf dem Gebiet der Coronaviren inkl. SARS-CoV, Enteroviren und Influenzaviren (siehe PLoS Pathogens 5, e1000428; Prot. Science 18, 6; J. Mol. Biol. 383, 1081; Chem. Biol. 15, 597; Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 47, 3275; Proc. Natl. Acad. Sci. USA 100, 13190; Science 300, 1763). Nebenaktivitäten existieren auf dem Gebiet der Strukturbiologie bakterieller Virulenzproteine (z.B. Cell 117, 5) und der Malaria (z.B. J. Biol. Chem. 281, 25425) sowie der strukturellen Neurobiologie (z.B. EMBO J. 25, 1375). Die Veröffentlichungen des Instituts wurden mehr als 3600-mal zitiert. Außerdem verfügt das Institut über etliche Patente und Patentanmeldungen. Die folgenden Methoden sind im Institut gut etabliert: Differentielle Proteomik (2D-HPLC, 2D-PAGE, ESI-MS), rekombinante Proteinproduktion, Makromolekulare Kristallographie, computerunterstütztes Drug Design, organische Synthesechemie. Große Erfahrung besteht bei der Anwendung der Synchrotronstrahlung; am DESY in Hamburg wird eine Außenstelle mit derzeit sechs Mitarbeitern betrieben ("Laboratorium für Strukturbiologie von Infektion und Entzündung").

Angebote (von außerhalb Schleswig-Holsteins) zur Übernahme der transferierbaren Drittmittelprojekte im Falle der tatsächlichen Einstellung des Lübecker Medizinstudiengangs sind zu richten an das Institut für Biochemie, Universität zu Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck.